by Walter Müllner

Kategorie: Geschichte (Seite 5 von 7)

Auf den Spuren der Nibelungen

Die Mittelaltersaga der Nibelungen vom unverwundbaren Sigfried, von der wunderschönen Königstochter Kriemhild und von Etzel dem Hunnenkönig (der historische König Attila) spielt auch zum Teil im Dunkelsteinerwaldgebiet, nämlich in den Nibelungenstädten Melk, Mautern und Traismauer.

Im Jahr 453 zog Kriemhild mit einer Gefolgschaft von hundert Hofdamen, fünfhundert Rittern, sowie Knappen vom Königshof der Burgunden in Worms am Rhein über die Donau ins Hunnenland (heutiges Ungarn) zur Hochzeit mit König Etzel.

Der ortskundige Markgraf Rüdiger von Bechelaren (Pöchlarn), ein Lehnsmann des Hunnenkönigs Etzel soll dort seinen Sitz gehabt haben, führte die Gesellschaft durch das Donautal. Der Donauabschnitt zwischen Ybbs/Persenbeug und Melk/Emmersdorf trägt heute den Namen Nibelungengau, weil in dieser Region das Nibelungenlied eine Rolle spielte. Die erste Rast in der Wachau findet in Medelike (Melk an der Donau) statt. Im engen Tal der Wachau gab es zu dieser Zeit noch keine Ortschaften. Einzelne Siedler hatten den Wald gerodet um Acker- und Weinbau zu betreiben. Fischer und Jäger durchkämmten das Gebiet. Räuber streiften durch die dichten Urwälder.

Der Brautzug folgt den Römerstraßen an der rechten Donauseite durch den Dunkelsteinerwald bis nach Mutaren (Mautern). Von dort weiter ins nahe gelegene Treisenmure (Traismauer), hier wird einige Tage Rast eingelegt.

Ihr gaben das Geleite bis an der Treisen Lauf

des Markgrafen Ritter und warteten ihr auf.

Dort kamen Hunnenrecken geritten über Land.

Es waren hohe Ehren, die die Königin dort fand.

Eine starke Feste hatte Etzel dort.

Sie heißt Treisenmure ein weitberühmter Ort.

Dort lebte einstens Helche ( 1. Gemahlin von König Attila ) als Herrin hoch geehrt,

ein Hort der Herrschertugend, wie er so bald nicht wiederkehrt

Das in mittelhochdeutscher Sprache verfasste Nibelungenlied ist das bedeutendste deutsche Heldenepos des Mittelalters. Die Handschrift eines unbekannten Autors entstand zwischen 1180 und 1210 im Donauraum, als Entstehungsort wird das Gebiet zwischen Passau und Wien angenommen. Nach heutiger Einschätzung könnte ein literarisch hochgebildeter Kleriker am Passauer Hof der Verfasser des Epos sein. Eine Hauptfassung besteht aus 2376 Strophen.

In der Ebene bei Tulne (Tulln an der Donau) findet die feierliche Begegnung Kriemhilds mit Etzel statt, der mit zahlreichen Edelleuten und Rittern angereist war.

Kriemhild trifft von Traismauer kommend, hier in Tulln den König Etzel und sein Gefolge. Kriemhild steigt vom Pferd, zwei Fürsten tragen ihre Schleppe und Markgraf Rüdiger, ihr Begleiter, stellt ihr den König und dessen zahlreiche Gefolgsleute, Hunnen und Germanen, vor.

Hunnenkönig Etzel (König Attila) Königstochter Kriemhild von Burgund

Von Tulln zieht die Gesellschaft nach Wien weiter, wo in aller Pracht Hochzeit gefeiert wird.

Schloss Goldegg

Wo der Höhenrücken des Dunkelsteinmassivs gegen Osten zu immer niedriger wird und das große Waldgebiet in das Flachland übergeht, steht das Schloss Goldegg. Es ist eines der ständig bewohnten und bewirtschafteten Schlösser im Dunkelsteinerwald und steht seit 1782 im Besitz der Fürsten und Prinzen von Auersperg.

Im Laufe der Zeit wurde das Schloss mehrmals umgebaut und weist heute Stilmerkmale der Gotik, der Renaissance und des Barock auf.

Seit 1988 erstreckt sich rund um die Schlossanlage ein 65 ha großer 18 Loch Golfkurs.

Im Innenhof des Schlosses.

Oberbergern

Ein kleiner aber feiner Ort zwischen Unterbergern und Schenkenbrunn. Leider gibt es kein Gasthaus mehr, aber immerhin einen Kindergarten, eine Volksschule, eine sehr engagierte Freiwillige Feuerwehr und einen Fußballplatz auf den noch Meisterschaftsspiele des SV Bergern stattfinden.

Die Milleniumssäule – Der Friede ist eine Frucht der Gerechtigkeit.

Den fünf Weltreligionen wurde hier zwischen Ober- und Unterbergern ein Denkmal gesetzt.

Eine überaus schöne Wanderung ist von der Milleniumssäule ostwärts über den Giritzer beim Flugplatz vorbei ober Baumgarten und Mautern zwischen den Weingärten zum Zellerkreuz .

Schloß Rossatz

Das Schloß Rossatz, Renaissancebau mit Arkadenhof. Ursprünglich mittelalterliche Anlage von 1582 bis 1600.

Das Schloß kam 1859 in den Besitz der Agrargemeinschaft Rossatz.

Ein besonders schönes Beispiel wie man altertümliche Kulturgüter für die zukünftigen Generationen erhält und in neuem Glanz erstrahlen läßt.

Stollberg und das Wenningerkreuz

Diese ehemalige Ansiedlung zwischen Oberwölbling und Viehausen wird erstmals 1188 unter der Bezeichnung Stalberge erwähnt. Der letzte Bewohner starb im März 1993. Dieser Ort existiert heute nicht mehr, nur Ruinen zeugen noch von den einstigen Häusern.

Heute ein wunderschönes Platzerl wo sich einst die Ansiedlung Stollberg befand, hier im Bild mit herrlichen Blick zum schneebedeckten Schneeberg.

Ein alter Erdkeller eines verschwundenen Anwesens von Stollberg und verfallene Mauern zeugen als letzte Reste der Ansiedlung.

Das Wenningerkreuz steht direkt am 06er Weitwanderweg südlich des Ammerings etwas oberhalb der einstigen Ansiedlung Stollberg.

Oberhalb des Kreuzes ist die sogenannte Wenningerwiese wo die Wölblinger Jugend in den 1960er Jahren zum Schifahren hingepilgert ist.

Die heutige Opageneration hat damals, die für heute undenkbaren Strapazen auf sich genommen , die Schi geschultert und 5 km dorthin gegangen. Hin und zurück über 10 km, wohlgemerkt zu Fuß. Diese Wiese ist heute größtenteils bewaldet.

Schloß Mitterau

Das Schloß wurde um 1600 erbaut und erhielt seine heutige Form im Jahr 1754 . Seit 1710 befindet sich das Schloß im Besitz des Adelsgeschlechtes Montecuccoli. Um 1740 verlegte Graf Zeno Montecuccoli den Herrschaftssitz von der Burg Hohenegg ins nahe Schloß Mitterau.

Das Schloß wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Das Gut umfasst 950 Hektar Wald.

Wenn im Frühjahr alles wächst und gedeiht sieht man nicht mehr viel vom Schloß.

Schloss Gurhof bei Gansbach

Südlich von Gansbach liegt das Schloss Gurhof , eine Schlossanlage mit weitläufigen Wirtschaftsgebäuden und Pferdekoppeln.

Das denkmalgeschützte Anwesen wurde im 15.Jahrhundert errichtet. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz, die Räumlichkeiten können für Festivitäten und sonstige Veranstaltungen gemietet werden.

Der wunderschöne Festsaal, wird natürlich sehr gerne für Hochzeiten gemietet.

Rossatz

Rossatz, der berühmte Weinort an der Donau. Die erste urkundliche Erwähnung als Rosseza datiert um etwa 985. Rossatz ist damit älter als Krems. Der Ortsname leitet sich davon ab, weil hier die Flößer mit den Pferden, also den Rössern, durch die Donau übersetzten. Rossatz zeigt einen geschlossenen historischen Ortskern.

Die Pfarrkirche war ursprünglich gotisch. Der Bau und die Einrichtung der Kirche zeigen alle Kunststile von der Spätromanik bis zur Neugotik. Das dreischiffige Langhaus hat im Mittelschiff ein Kreuzrippengewölbe.

Der Ortskern ist Ausgangspunkt für interessante Wanderungen auf alten Römerstraßen, zum Seekopf, zur Hirschwand, oder gemütlicher nur zum Aussichtspunkt bei der Smaragdeidechse. Ein wunderschöner Panoramarundweg führt durch das Naturschutzgebiet Steinige Ries über St.Lorenz und an der Donau wieder retour.

Einzigartiger Ausblick von der Frühstücksplatte über die Donau nach Weißenkirchen in der Wachau.

Stift Göttweig

Das Stift liegt in 449 m Seehöhe im Dunkelsteinerwald am östlichen Rand des weltberühmten Donautales der Wachau, südlich der Stadt Krems an der Donau. Der hl. Altmann, Bischof von Passau, wählte im Jahr 1083 diesen Ort für seine wichtigste Gründung aus. Zu Beginn wirkten hier Augustiner-Chorherren, im Jahr 1094 wurde Göttweig von Benediktinern aus dem Kloster St.Blasien im Schwarzwald besiedelt.

Im Jahr 2000 wurde es als Teil der „Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig und der Altstadt von Krems´´ in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Jedes Jahr im Juli begeistert die weltbekannte Mezzosopranistin Elina Garanca beim Konzert Klassik unter Sternen die Opernfreunde vor der Stiftskirche.

Forstwirtschaft und Weinbau bilden von der Gründung an die wirtschaftliche Basis dieses Klosters.

Stift Melk

Das Benediktinerstift Melk wurde im Jahr 1089 auf einem steil zur Donau abfallenden Felsenhügel gegründet. Der imposante Barockbau des berühmten Baumeisters Jakob Prandtauer beherrscht die Stadt Melk. Die Südseite hat eine Länge von 362 Meter. Von der mächtigen Altane bietet sich ein einmaliger Rundblick bis ins Voralpenland.

Das Stift birgt unzählige Kunstschätze. Besichtigung der Stiftskirche, der Kaiserzimmer, des Marmorsaales und der berühmten Bibliothek mit 80.000 Bänden und Deckenfresken von Paul Troger.

Das Stift Melk ist mit über 500.000 Besucher im Jahr der meistbesuchte Tourismusort Niederösterreichs.

Im Innenhof des Stiftes

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